Transportfliegeraufgaben

Die Arbeit der Transportflieger umfasst nicht nur den Transport von Material von einem Flugplatz zum anderen, sondern ist im Laufe der Jahre immer vielschichtiger geworden.

Durch den Einsatz der Transall C-160D ist die Bundeswehr in der Lage, Material und Personal zu theoretisch allen Punkten der Welt zu verlegen. Diese Einsatzfähigkeit  zeigt sich in Flugzielen von Las Vegas bis Australien oder von Bodø ( Norwegen ) bis Johannesburg. Dazu gehört ebenso die Landung auf internationalen Flugplätzen, als auch Starts und Landungen auf Gras-, Sand- und Geröllpisten.

Grundlegende Aufgabe ist die Verlegung von Truppen und Material zu taktisch wichtigen Punkten oder zur Versorgung der eigenen Truppen im Einsatzgebiet.

Dies geschieht zum einen durch das Anlanden von Material auf Flugplätzen, durch das Abwerfen von Material mittels Fallschirmen oder durch das Absetzen von Fallschirmspringern.

Aber auch der Transport von nationalen und internationalen VIP-Gästen gehört zum Tagesgeschäft. Neben Politikern werden auch aus Funk- und Fernsehen bekannte Künstler in die Einsatzgebiete zur Truppenbetreuung geflogen.

Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten werden die Transalls des LTG 61 mit den Besatzungen unserer Staffel, gemeinsam mit den beiden Geschwistergeschwadern LTG 62 und 63, vermehrt zu Hilfseinsätzen überall auf der Welt gerufen. 

Beispiele dafür sind:

  • Evakuierung von EU Staatsbürgern aus Libyen im Jahre 2011
  • Hilfseinsätze in Afrika wie z.B. Somalia, Äthiopien, Nigeria, Sudan, Ruanda, Pakistan usw.
  • Versorgung der notleidenden Bevölkerung in der Sowjetunion im Jahre 1990
  • Luftbrücke nach Sarajevo, bei der mehrere C-160 unserer Staffel unter Beschuss geraten sind und teilweise getroffen wurden
  • Versorgung beim Oder-Hochwasser
  • Geiselbefreiungsaktionen (z.B. von dt. Urlaubern im Raum Afrika)
  • Such- und Rettungsmissionen bei dem Flugzeugunglück vor der namibischen Küste im Jahre 1997  (Zusammenstoss einer dt. Luftwaffenmaschine mit einer US Frachtmaschine)
  • Versorgung der Truppen im Kosovo
  • Versorgung und Unterstützung der Nato Truppen in Afghanistan seit 2002

Der Transportschwerpunkt liegt derzeit bei der Unterstützung von eigenen und fremden Truppen in Afghanistan sowie der schnellen Eingreiftruppe und anderer Bundeswehrverbände bei Übungen im In- und Ausland.

So wäre zum Beispiel die Verlegung eines Jet-Verbandes mit Flugzeugen und Material zu Übungen im Ausland ohne die "Transporterflotte" nicht möglich.

Es zeigt sich immer deutlicher, dass die in der Vergangenheit so in den Hintergrund gestellten Transporter stets die ersten sind, wenn es darum geht, Hilfe zu leisten oder eigene Einheiten zu unterstützen.

So waren es auch nicht die Tornado-Verbände, die zu den ersten  "Kampfeinsätzen" gerufen wurden, sondern die Transporter die unter ständiger Bedrohung und unter Beschuss ohne die Möglichkeit der Selbstverteidigung im Talkessel von Sarajevo Hilfsgüter anlandeten oder Flüge in ganz Afghanistan seit 2002 mit bisher über 25.000 Flugstunden unternahmen.

Frei nach dem Motto: "first in - last out"

Zusammenfassend lässt sich die Transporterfliegerei mit der Transall C-160 D wohl als das Abwechslungsreichste und Abenteuerlichste bezeichnen was die militärische Luftfahrt zu bieten hat.